Augustinus und Demut PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: NN   
Dienstag, 25. August 2015 um 18:38 Uhr

28. August Hl. Augustinus (345-430) Gedanken zur Demut

"Wenn man mich fragt, welches Gebot die erste, die zweite, die dritte Stelle einnimmt, so antworte ich: Die Demut! Und ich werde, sooft man dieselbe Frage stellt, auch dieselbe Antwort geben. Dies will ich zwar nicht sagen, als gebe es keine anderen Gebote; jedoch, wenn die Demut nicht vorangeht, so entreißt der Stolz unseren Händen alles Gute, das wir tun."
Der Heilige dieses Tages räumt der Demut insofern den ersten Platz ein, als sie die Grundlage aller Tugenden ist. So wie bei einem Gebäude zuallererst das Fundament gelegt werden muss, bevor man den Bau ausführen kann, ebenso geht auch die Demut allen Tugenden voran und in diesem Sinne wird sie die erste aller Tugenden bezeichnet. Daher lesen wir beim Hl. Augustinus die Worte: "Hast du im Sinn ein großes Gebäude hoher Heiligkeit zu errichten? Denke zuerst an das Fundament der Demut!"
Wer immer ein Jünger Jesu sein will, muss dessen Lieblingstugend, die Demut, hochschätzen, lieben, üben. Wer immer in seine Schule kommen will, der muss sich dazu verstehen, Demut zu erlernen. Wir müssen vom Herrn lernen, sanftmütig und demütig von Herzen zu sein. In dem Grad, in dem wir die Hauptaufgabe aller wahren Schüler und Jünger des Herrn erfüllen, werden wir fähig, die letzten und höchsten Absichten des göttlichen Herzens zu verwirklichen. denn nur, wenn wir unser ehrsüchtiges ICH unbeachtet stehen lassen, wenn wir unterwürfig und gefügig (Gott gegenüber!) in allem werden, nur dann werden wir durch große Heiligkeit die Rettung vieler Seelen und die größere Ehre des himmlischen Vaters zu fördern imstande sein. Wie notwendig ist doch die Demut für alle Heiligkeit!!!!
So müssen wir uns immer wieder fragen, wie es mit unserer Liebe zur Demut steht. Sind wir wirklich bekleidet mit dem "Gewand Jesu" ? Tragen wir es gern? Gehen wir darauf aus, es täglich mit neuen Edelsteinen zu schmücken? Lieben wir die niedrigen, unangenehmen Arbeiten, die so notwendig getan werden müssen und die doch aus Mangel an Demut abgelehnt werden? Sehen wir wirklich in den kleinen Kreuzen, die unseren Lebensweg umsäumen, und in den Verdemütigungen, in den Misserfolgen, in Zurücksetzung und Tadel, die uns auch bei ehrlicher, treuer Arbeit infolge unserer menschlichen Unzuläng-lichkeiten treffen, sehen wir in Nichtbeachtung unserer Ansichten und Urteile, in wenig rücksichtsvoller Behandlung, kurz in allem, was der Eigenliebe zuwider ist, das Kostbarste, was es im Dienste Jesu Christi gibt, wahre Edelsteine, die wir sammeln und verwerten sollen, auf dass sie funkeln im Glanz der Gottesliebe und so Gottes Herz erfreuen?
Glücklich der Christ, dessen Wunsch es ist, seinem Schöpfer und Herrn auf diese Weise ähnlich zu werden, ihn so vollkommen nachzuahmen und sein Gewand und seine Ehrenzeichen zu tragen! Glücklich der Christ, dessen Erwartungen, Hoffnungen und Gebete in dem Herzenswunsch gipfeln, mit dem demütigen Jesus solche Verdemütigungen zu tragen! Glücklich der Christ, der im täglichen Leben beweist, dass es ihm mit dem Verlangen von Jesu Schmach und Kreuz ernst gemeint ist (s. Mk 10,39) !
Um dieses Gewand der Demut hat sich der Heilige des heutigen Tages, haben sich alle Heiligen stets bemüht. In diesem Kleid sind sie allezeit erschienen vor ihrem im Sakrament demütig verborgenen Heiland. Lasset uns nicht abfallen von der erhabenen Gesinnung dieser Kinder Gottes!